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Die Roßweiner Postmeilensäule

Die Postmeilensäule übersteht den Stadtbrand und verschwindet

Sie überstand den großen Stadtbrand 1806 und wurde beim Rathausumbau 1862 entfernt. Seit dieser Zeit ist sie verschwunden.

Die Wiederentdeckung  nach 130 Jahre

Bei der Umgestaltung des Friedhofsvorplatz 1994/97 mußte die alte Friedhofsmauer umgelegt werden, und da kamen nach 130 Jahren Teile der Säule zum Vorschein. Auf diesen Teilen waren noch Ortsangaben und Wegestundenangaben zu erkennen. Nach jahrelanger Forschungsarbeit und der Finanzierung durch Fördermittel und Spenden konnte im Juli 2000 durch den Heimatverein in Roßwein eine Nachbildung der Postmeilensäule auf dem alten Standort wieder errichtet werden.



Die Postmeilensäule:

  • besteht aus Sandstein
  • wurde aus acht Einzelteilen zusammengefügt
  • ist 5,07 Meter hoch
  • wiegt mit Sockel 4,5 Tonnen
  • 20.000 DM spendeten Privatleute und Firmen

 Über Lehm-Sand-oder Steinboden

Waldweg mit Pferdegerippe (Ausschnitt), nach J. Brueghel d. Ä.

Die alten Poststraßen waren für die Entwicklung von Handwerk und Wirtschaft von großer Bedeutung. Das alte Straßennetz führte nur über Lehm-Sand-oder Steinboden und war durch Zeichen an Bäumen markiert.

Hölzerne Armensäulen als Wegweiser

Hölzerne Armensäulen

Um 1682 wurden in Sachsen hölzerne schwarz-gelb gestreifte Wegsäulen aufgestellt, die 1691 bis auf fünf richtungsweisende Arme erweitert wurden. Sie trugen Ortsangaben, Wappen und Jahreszahlen.

Ab 1721 wurden die Holzsäulen durch Steinsäulen ersetzt

Aufstellung der Postmeilensäulen nach dem 1/4 Meilenabstand

Doch diese hölzernen Säulen verwitterten sehr schnell und deshalb ordnete Kurfürst Friedrich August am 12. September 1721 erstmalig an, steinerne Postsäulen zu verwenden. Durch die Aufstellung von Postmeilensäulen und die Verbesserung der Verkehrsstruktur erfolgte ein wirtschaftlicher Aufschwung in Sachsen.

Friedrich August will sein Land vermessen haben  und Zürner schuf einen geometrischen Messwagen

Historische Darstellung des Zürnerschen Messwagens

Der Kurfürst beauftragte den am 15. August 1679 in Marieney bei Ölsnitz geborenen Adam Friedrich Zürner, das Königreich neu und vollständig zu vermessen und kartographisch zu erfassen.

Die Dresdner Rute über ein Schneckengetriebe

Für diese Aufgabe entwickelte Zürner einen Messwagen, deren Hinterräder genau den Umfang einer Dresdner Rute (4,531 Meter) entsprachen. Über ein Schneckengetriebe wurde der zurückgelegte Weg auf ein Zählwerk übertragen und abgelesen. Schlechte Wege vermaß man mit einer Messkarre.

Alle Wege führen nach Dresden und Leipzig

Sächsiche Postkutsche

Bei seiner Vermessung ging Zürner von zwei festen Punkten aus, den Städten Dresden und Leipzig. Die Vermessung begann am jeweiligen Stadttor und endete beim jeweiligen Posthaus oder Marktplatz der angefahrenen Stadt.

 

 




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